Zu zwei Festtagen mit erlebnisreichem Programm lädt der Löschzug Lippling die ganze Bevölkerung am kommenden Wochenende ein.
Delbrück-Lippling: Die Feuerwehrleute haben gleich zwei Gründe zu feiern: die Feuerwehr Lippling weiht das neue Gerätehaus ein und blickt auf ihr 85-jähriges Bestehen zurück. "Endlich hat die drangvolle Enge ein Ende. Das Konzept von Architekt Mathias Grote mit 20 Quadratmetern zusätzlicher Grundfläche, dem Ausbau in der Höhe und einer besseren Raumaufteilung löst unsere Probleme", blickt Wehrführer Klaus Ringkamp zufrieden in die Zukunft. "Auch nach der letzten Erweiterung im Jahr 1990 blieb bei den größer werdenden Fahrzeugen immer weniger Platz für die Aktiven. Zu deren Sicherheit galt sogar ein Verbot im Einsatzfall in der Halle einzusteigen, denn zwischen den einzelnen Wagen und bei der Fahrt durch die Tore lagen teils nur zehn Zentimeter Abstand", berichtet der Löschzugführer.
Im Sommer letzten Jahres gab die Stadt Delbrück den Startschuss zu den lang ersehnten Bauarbeiten und investierte 390.000 Euro aus dem Konjunkturpaket II. Wichtigster "Baustein" waren 10.000 Stunden Eigenleistung unter der verantwortlichen Leitung von Unterbrandmeister Andreas Schumacher. Der Neubau bietet mit 21 mal 15 Metern ausreichend Platz für vier große Feuerwehrfahrzeuge. Die Spinde befinden sich jetzt in einem Anbau. Von den frisch renovierten Umkleideräumen geht es in den Keller, wo die Duschen, Toiletten und eine neue Heizung untergebracht sind. Von hier werden auch die Gemeindehalle und der benachbarte Kindergarten mit Wärme versorgt. Wo früher die Fahrzeuge für die Einsätze bereit standen, lassen eine große Küche, Stellflächen für die Gulaschkanone und historische Geräte sowie das neue "Floriansstübchen" für gesellige Stunden die Herzen der Lipplinger höher schlagen.
"Bauern und Bauernsöhne an die Front!", lautete der Aufruf von Gastwirt Stefan Körkemeier. Am 17. Mai 1926 gründete er mit über 90 Männern die Freiwillige Feuerwehr in der damaligen Gemeinde Westerloh. Die erste fahrbare Handdruckspritze wurde von Pferden gezogen. Ein Signalhorn zur Alarmierung ertönte in verschiedenen Tonfolgen, je nachdem, ob es in Lippling, Steinhorst oder Schöning brannte. Die Chronik berichtet, dass am 10. Mai 1927 ein Blitz ins Bauernhaus Biermeyer-Lippold einschlug und den ersten Einsatz auslöste. Obwohl auch die Nachbarn mit Wasser in Jauchetonnen beim Löschen halfen, brannte das Fachwerkhaus bis auf die Grundmauern nieder. Liebgewordenes Erinnerungsstück ist auch die hölzerne Drehleiter. Sie wurde 1930 angeschafft. Drei Jahre bildeten die Delbrücker, Ostenländer und Westerloher eine Amtswehr.; Nach Konrad Humann waren Franz Voß ab 1953 und Hermann Tepper ab 1962 Wehrführer. 1975 erfolgte die Umbenennung in Löschzug Lippling, an dessen Spitze Robert Brockgreitens, Johannes Ringkamp und Andreas Lipsewers standen. Seit 2001 engagieren sich Frauen bei der Feuerwehr Lippling. Aktuell zählt der Löschzug sechs Jugendfeuerwehrleute, 46 Aktive und 25 Mitglieder in Alters- und Ehrenabteilung.
Bericht / Fotos: Neue Westfälische
 
Westfälisches Volksblatt
Feuerwehrgerätehaus Lippling komplett neu gestaltet und erweitert - Tag der offenen Tür Von Meike Oblau Lippling (WV). Rumms - eine tiefe Macke in der Tür des Tanklöschfahrzeugs des Löschzuges Lippling. Das Gerätehaus ist einfach zu klein. Doch dieses Problem gehört zum Glück jetzt der Vergangenheit an: Am Wochenende weihen die Blauröcke ihr neu gestaltetes Spritzenhaus ein - und endlich ist genug Platz für alle.
»Bis vor Kurzem mussten wir uns im Einsatzfall direkt hinter den Fahrzeugen umziehen, wenn wir mit den Autos rausfuhren, hatten wir zwischen Außenspiegel und Hauswand vielleicht zwei Zentimeter Platz«, schildert Löschzugführer Klaus Ringkamp die erbärmlichen Bedingungen in Lippling. Die Unfallverhütungsvorschriften konnten längst nicht mehr eingehalten werden. Doch dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung und den vielen fleißigen Feuerwehrleuten sei Dank, das jahrelange Provisorium hat endlich ein Ende. Die 46 Aktiven dürfen sich auf ihr neues Gerätehaus freuen, dass sie nahezu komplett in Eigenleistung umgebaut haben. »Insgesamt sind sicherlich zusammengerechnet 150 000 bis 180 000 Euro an Eigenleistung hier eingeflossen«, bilanziert Klaus Ringkamp nicht ohne Stolz. Vor einem Jahr, nach dem Schützenfest, wurden Teile des alten Gerätehauses abgerissen. »Seither waren abends nach Feierabend und samstags meist mindestens fünf oder sechs Feuerwehrleute hier beschäftigt«, sagt er. Nur der Einbau der Heizungsanlage musste an eine Firma vergeben werden, die restlichen arbeiten schulterten die Lipplinger Blauröcke alleine. Die Zeit des Umbaus bedeutete noch einmal Einschränkungen für alle. Ein Fahrzeug wurde bei einem befreundeten Landwirt an der Osterloher Straße untergestellt. »Dort kommen einige Kameraden auf dem Weg zum Einstaz ohnehin vorbei«, berichtet Klaus Ringkamp. Der Löschzugführer selbst nahm den Kommandowagen mit nach Hause. »Aber wir wussten ja, wofür wir die Mühen auf uns nehmen. Jetzt ist das Gerätehaus so, wie wir es haben wollten.« Ein großzügiger Umkleideraum mit einem Spind für jeden Aktiven bietet Platz, der Gruppenraum wird noch zu Ende ausgebaut. Eingeweiht wird das modernisierte Gerätehaus passend zum 85. Geburtstag der Wehr an diesem Samstag. Nach der Heiligen Messe, die um 18 Uhr beginnt, wird das Gerätehaus gesegnet. Danach beginnt der Festball in der Lipplinger Halle. Am Sonntag dürfen dann alle Interessierten das neue Gerätehaus unter die Lupe nehmen. Ab 11 Uhr findet ein Tag der offenen Tür statt - natürlich auch mit Programm für die kleinen Gäste und mit feuerwehrtechnischen Vorführungen.

Klaus Ringkamp und Sebastian Schmitz vor dem jetzt fertiggestellten Lipplinger Gerätehaus, das nun den aktuellen Sicherheitsvorschriften und auch den Wünschen der Wehrleute entspricht. Gesegnet und der Öffentlichkeit vorgestellt wird das Gebäude an diesem Samstag.
Aus der Chronik des Löschzuges
90 Männer traten der Feuerwehr Lippling auf der Gründungsversammlung am 17. Mai 1926 bei. Das erste Löschgerät war eine Handdruckspritze auf einem Wagen, alarmiert wurde durch Signalhörner. Beim ersten Einsatz am 10. Mai 1927 nach einem Blitzeinschlag im Bauernhaus Biermeyer-Lippold mussten die Nachbarn mit Jauchetonnen Wasser zum Einsatzort transportieren, weil nicht genügend Wasser vorhanden war. 1930 entstand auf dem Marktplatz ein Spritzenhaus in achteckiger Form. 1956 baute man als Unterbringungsmöglichkeit für Fahrzeuge ein Gerätehaus mit zwei Einfahrten, einem Spritzenturm und einem Übungsraum. 1974 wurde das Gerätehaus erweitert, der alte Übungsraum und der Spritzenturm wichen einer Hausmeisterwohnung. Zudem wurde der linke Trakt mit zwei Fahrzeugeinfahrten gebaut. Bis Ende 1974 hieß der Löschzug noch Freiwillige Feuerwehr Westerloh. 1999 wird erneut renoviert, hinter den linken Trakt wurde ein Anbau gesetzt.
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